Schriftzug der PSG Burkhardtsdorf

Wurzeln des Vereins

9.10.1994

Die Wiederbelebung des Schützenwesens in Burkhardtsdorf.

Wir sind Sportschützen und schießen nur auf Scheiben und beabsichtigen dies auch weiterhin zu tun.
Wir schießen weder auf Tiere noch auf Menschen, sondern erfreuen uns an der Freisetzung der geballten Energie und der Beherrschung des eigenen Körpers sowie der Schulung des Auges.
Gleichzeitig fühlen wir uns den humanistischen Gedanken des Schützenwesens im Allgemeinen und denen unserer erzgebirgischen Heimat im Besonderen verpflichtet.

1956 — 1989

Die DDR-Zeit

In den "stabilen Jahren" der DDR-Zeit wurde vorwiegend über die "Gesellschaft für Sport und Technik" (GST) der Schießsport ermöglicht, natürlich mit dem Hintergedanken einer vormilitärischen Ausbildung der Jugend. In der damaligen Zeit war es aber auch eine tragende Säule für den beginnenden Biathlon-Boom, der bis heute anhält. Die Traditionen des Schützenwesens waren dagegen prinzipiell unerwünscht, da zu allen Zeiten die jeweils Herrschenden mit Argwohn auf den "privaten" Waffenbesitz geschaut hatten und haben sowie ihn stets auf ein Mindestmaß beschränken wollten.
Es wird immer wieder erzählt, dass in Burkhardtsdorf in den 1980-er Jahren ein Schützenfest stattgefunden habe. Leider ist uns darüber nichts weiter bekannt, deshalb würden wir es sehr schätzen, wenn wir konkrete Informationen dazu erhalten könnten.

1945 — 1956

Die Nachkriegszeit

Durch die Erfahrungen des Zweiten Weltkrieges haben die Herrschenden und nicht zuletzt auch die einfachen Bürger des Landes eine natürliche Abneigung vor Waffen aller Art. Die Parole "Wer jemals wieder eine Waffe angreift, dem sollen seine Hände abfallen" wirkt noch heute bei vielen von uns nach und hat bestimmt auch einen Hintergedanken.
Es soll aber auch nicht unerwähnt bleiben, dass nicht die Waffe tötet, sondern der Mensch, der sie gebraucht!
Die persönlichen Eindrücke und Erfahrungen sind ein wichtiger Teil unseres Lebens und niemand hat das Recht, dies einfach zu ignorieren, aber ein Respektieren aller sachlichen Ansichten macht das Zusammenleben einfacher.

1939 — 1945

Der 2. Weltkrieg

Leider wurde in dieser Zeit das "Schießen" zu einer "Tätigkeit", die zu den verbrecherischsten Ergeignissen der deutschen Geschichte führte. Sie müssen hier nicht näher beschrieben werden, da gerade wir noch heute die Nachwirkungen zu spüren bekommen.
Das Vereinsleben kam mit dem Kriegsausbruch zum vollständigen Erliegen. Ob der Verein am 1.9.1939 oder erst nach der Kapitulation 1945 endgültig verboten wurde ist uns nicht bekannt. Gleichwohl wurde mit der Demilitarisierung Deutschlands, im Osten galt das Kontrollratsgesetz 43, vom 20. Dezember 1946, das verbliebene Vereinseigentum eingezogen und die Waffen, die Munition, die Unformen und sogar die Orden aus Privathand konfisziert.
Beim Luftangriff am Abend des 14. Februar 1945, bei dem unter anderem der Gasthof "Auenberg" (das damalige Vereinsheim) komplett ausbrannte, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit zumindest die Vereinsfahne mit verbrannt. Unmittelbar nach dem Krieg wurde die Ruine des Gasthofes durch die Kameraden der Freiwillige Feuerwehr abgerissen, ohne dass dabei noch Vereinseigentum geborgen werden konnte und es viellicht auch niemand nach den schrecklichen Erlebnissen wollte.
Der Schießstand am Garten des Gasthofes wurde stillgelegt. Der Schützenstand stand noch bis ca. 2004 und diente unter anderem den Brieftaubenzüchtern und später der Dachdeckerfirma Brich als Lager, bis diese dann den Abriss veranlasste und dort ihr Bürogebäude errichtete.

1933 — 1939

Das "Dritte Reich"

Viele konnten es nicht glauben, dass mit der Verbesserung der Lebensbedingungen der Deutschen auch eine Leidenszeit für viele unter ihnen lebenden sogenannten "Nichtdeutschen" begann.
Aus dieser Zeit ist über das Vereinsleben nur folgendes bekannt:
 
Martin Grimm - Schützenkönig 1937/38
 
Martin Grimm war Schützenkönig 1937/38, (vermutlich auf die Scheibe).
Schützenaufzug Meinersdorf 1937
 
Teilnahme am Festumzug der Meinersdorfer Schützengesellschaft 1937.

Gauschießen
 
Teilnahme am Juniorenschießen im Gau Sachsen 1935.
Die dabei übergebene Ehrenplakette wurde uns von Frau Irma Walther, der Witwe des Kapellenmitgliedes Willi Walther, übereignet.
Königsscheibe
 
Die von Fritz Reichel gestiftete Königsscheibe aus dem Jahre 1934 zeugt davon, dass zumindest in dem Jahr noch ein Scheibenkönig ausgeschossen wurde. Schützenkönig wurde Karl Klaus sein Vorgänger war Fritz Reichel.
Am 5.11.1933 fand ein Freundschaftsschießen mit der Schützengesellschaft Klaffenbach in Burkhardtsdorf statt. Es gewann die SG Klaffenbach.
Schießmeister Willy Viertel übergab den, vom amtierenden Scheiben-Schützenkönig, Betriebsleiter Richard Pfüller, gestifteten Preis an die SG Klaffenbach.
Hauptmann Richard Langer erreichte 169 Ringe mit dem Gewehr stehend freihändig auf 175 m.

1919 — 1933

Die Weimarer Republik

Die Umwandlungen der Gesellschaft von der Monarchie zur bürgerlichen Demokratie haben auch dem Schützenwesen deutliche Veränderungen gebracht. Die Neuorientierung der Gesellschaft setzte nach dem verlorengegangenen 1. Weltkrieg und den beginnenden Weltwirtschaftskrisen dem Schützenwesen erneut zu.
Scheibenkönig 1931/32 war Gasthofbesitzer Helmert, welcher vom Lehrer Sickert für das Jahr 1932/33 abgelöst wurde.
1928 konnte das 60-jährige Gründungsjubiläum der Privilegierten Schützengesellschaft, damals noch mit dem Zusatz Burkhardtsdorf-Kemtau, begangen werden. Die rege Teilnahme der Bevölkerung ließ neue Hoffnung für den Erhalt des Schützenwesens aufkommen.
Sektkuehler
 
Als Beleg gilt der abgebildete Sektkühler. Wer ihn gestiftet hat, ist unbekannt. 2013 wurde uns durch Frau M. Michl mitgeteilt, dass ihr Ehemann, D. Michl, diesen Sektkühler in den 1970-er Jahren auf einem Müllhänger in Wittgensdorf fand. Sie polierten ihn und verwahrten ihn viele Jahre in einer Vitrine. In den frühen 1990-er Jahren gab sie ihn in der Besenschänke - unserem damaligen Sitzungsort - zur Aufbewahrung ab. Von 1994 kam er dann in unseren Besitz. Wir danken Frau Michl für die Rückübertragung des Kühlers. In der heutigen Zeit dient er uns als "Wahlurne" für alle "geheimen" Abstimmungen im Verein.
Vereinsvorsitzender war von 1926 bis 1929 Max Fochtmann.
Die amtierenden Majestäten waren 1928:
Scheiben-Schützenkönig   Brauereibesitzer Otto Vetters
Scheiben-Schützenkönigin Frau Fabrikbesitzerin Wally Oelschner
Vogel-Schützenkönig   Bäckermeister Alex Panian
Vogel-Schützenkönigin Frau Dachdeckermeisterin Löffler
Am 14.10.1928 wurde Drogeriebesitzer Paul Schreiber Scheiben-Schützenkönig und löste damit Otto Vetters ab.
Theodor Schüppel war auf alle Fälle von 1919 bis 1920 Vorsitzender des Vereins.

1914 — 1919

Der 1. Weltkrieg

Aus dieser Zeit liegen uns, außer den Einladungen zu den üblichen Mitgliederversammlungen aus der Burkhardtsdorfer Zeitung, bisher keine weiteren Informationen vor.

1893 — 1914

Im Kaiserreich bis zum 1. Weltkrieg

Fahnenweihe-1913
Am 17. August 1913, genau 45 Jahre und 1 Tag nach der Stiftung des Vereins erfolgte die Weihe der zweiten Vereinsfahne, die dann 1945 im Gasthof "Auenberg" mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit verbrannte. Von der Ersten ist nichts überliefert. Da aber in den Reden zur Weihe ausdrücklich von der zweiten Fahne gesprochen wurde, muss es eine Erste gegeben haben. über deren Verbleib gibt es keine weiteren Erkenntnisse - sie soll aber sehr "morsch" gewesen sein.
Die Festveranstaltung fand im Gasthof Auenberg statt. Der Schützenmajor war Theodor Schüppel. Die Festreden hielten Gemeindevorstand Güther, Schuldirektor Flade, den Prolog sprach Frl. Schüppel, der Pfarrer Münch hielt die Weiherede.
Die Frauen der Schützen übergaben die neue Vereinsfahne.
Ein oder das letzte (?) zu diesem Anlass noch lebende Gründungsmitglied war Schützenbruder Förster aus Kemtau. Als weiteres Mitglied wurde ausdrüklich Herr Dietrich benannt.
Schützenkönig war Herr Nadelfabrikant Schubert, Schützenkönigin war Frau Streubel.
Die Fahnenpaten waren Fabrikbesitzer Drechsel, Gemeindevorstand Günther, Fabrikbesitzer Pfau (Kemtau), Cantor + Oberlehrer Uhlig, Mühlenbesitzer Homilius und Fabrikbesitzer Max Pfau.
Zu dieser Zeit zählte der Verein ca. 90 - 100 Mitglieder.
1910 wurde der Vorstand erneut bis auf den Kassierer wieder gewählt. Herr Melzer bat aufgrund seines hohen Alters und mit Rücksichtnahme auf seinen Gesundheitszustand, das Amt niederzulegen. Herrn Melzer wurde für die 32 Jahre, in denen er das Amt stets zur vollsten Zufriedenheit der Gesellschaft ausgefüllt hatte, recht herzlich gedankt. Als Nachfolger wurde Louis Tändler gewählt.
C.F. Schüppel war zu diesem Zeitpunkt Major der Schützengesellschaft.
Am 11. November 1893 wurde die Gaststätte Jägerschlößchen in Elysium umbenannt. Die damalige ruhige Lage in Mitten von Birken ist leider nicht mehr so gegeben, dafür befinden sich heute die Anlagen des FSV Burkhardtsdorf auf der damaligen Schießbahn.
Am 12.9.1898 nahm die Oelsnitzer Schützengilde mit 90 Mann und 9 Wagen am Prämienschießen der Burkhardtsdorfer Schützengesellschaft teil.
Sieger beim Vogel- und Königsschießen am 25. und 26. Juli 1897 wurde Kommerzienrat F.A. Becher.
Am 23. und 24. Juli 1893 wurde das erste gemeinsame Schützenfest abgehalten. Der Gemeindevorstand Weinhold hielt die Ansprache, in welcher er dem nun geeinten Verein, aufgrund der nun großen Mitgliederzahl ein langes Überleben wünschte.
König wurde damals Bauzeichner Lang sowie Königin Frau Auguste Wetzel.
Die Burkhardtsdorfer Schützen nahmen am 24. September 1893 am Aufzug zur Weihe des neuen Schießstandes in Hormersdorf teil.
Am 19. Mai 1893 erfolgte die Vereinigung der Privilegierten Schützengilde Burkhardtsdorf und dem ebenfalls ortsansässigen Teschingjägerverein zur Privilegierten Schützengesellschaft Burkhardtsdorf.
Ab diesem Zeitpunkt nutzten alle Schützen des Ortes, die ja nun in einem Verein integriert waren, gemeinsam den Schießstand am Gasthof "Auenberg".

1888 — 1893

Ein Verein mit ähnlichen Zielen entsteht in Burkhardsdorf

(Burkhardsdorf in der damaligen Schreibweise)

C-Th-Schüppel
 
C. Th. Schüppel wird am 17. August 1892 Sieger im Diplompreisschießen,
Hugo Göthel wird König und Frau Schüppel die Königin des Teschingjägervereins.
Im alten Schießhaus an der Kemtauer Str. 9 wurde am 4. März 1891 durch den Besitzer, M.F. Kreißig, auf dem Dachboden Brandstiftung begangen. Durch das rasche Eingreifen der Mitbewohner und Nachbarn konnte ein größerer Schaden verhindert werden. Herr Kreißig wurde am 2. Juni 1891 vom Schwurgericht in Chemnitz aufgrund erdrückender Indizien zu 4 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrenrechtsverlust verurteilt, seine Frau hingegen freigesprochen.
Seit dem 1. August 1891 wird auf Entschließung des Königlichen Ministeriums des Inneren in Dresden Burkhardtsdorf mit "dt" geschrieben.
Als Königspaar der Schützengilde amtierten ab dem 12. Juli 1891 Herr Restaur. Ant. Gräbner und Frau Gasthofsbesitzerin Scheibe.
Bei den Teschingjägern waren es ab Montag, dem 27. Juli 1891, Herr Carl Langer und Frau Fleischer Morgenstern.
Am 3. Juli 1889 ermittelte die Privilegierte Schützengilde ihre Majestäten. Vogelkönig wurde Gutsbesitzer Karl Scheibner und Vogelkönigin Frau Glück.
Am 28. April 1889 begingen die Teschingjäger ihren Schützenauszug mit einem großen Festumzug durch den Ort.
 
früheres Jägerschlößchen von jetzt ab Elysium Im Jägerschlößchen, dem späteren Elysium, gründete sich im Frühjahr 1888 der Teschingjägerverein.
Wie der Verein es schon im Namen andeutete, sahen die Mitglieder ihr Hauptanliegen darin, den Schießsport mit klein- und kleinstkalibrigen Kurz- und Langwaffen mit kleinen Ladungen oder nur mit Zündhütchen als Treibladung auf geringe Distanzen zu betreiben. Diese Waffen wurden allgemein als Tesching bezeichnet. Der neue Verein hatte damit erstmals direkt den Gebrauch von Waffen, die ausschließlich für den sportlichen Einsatz entwickelt wurden, zu ihrem Vereinszweck bestimmt. Dies war der Hauptunterschied zwischen der nun schon seit 20 Jahren bestehenden Privilegierten Schützengilde, die aus den ehemaligen Verteidigungseinheiten entstanden war und dem neuen Verein.
Dieser feierte am 12. November 1888 seinen Einzug mit einem großen Ball in der Gaststätte "Zur Sonne".

1868 — 1888

Entwicklung des Schützenwesens

Der Verein hatte sein Heim in der Kemtauer Str. 9 (damals als Schießhaus bezeichnet) und schräg gegenüber auf der Wiese (jetzt Weiße-Gut) seinen Schießstand. Noch heute ist im Gelände, eine nicht einfach zu erklärende Abbruchkante zu erkennen, die den damaligen Geschossfang darstellte.
In der Amtsperiode des Sächsischen Königs Albert bekam das Militärwesen wieder einen Aufwind, wenn auch viel geringer als in anderen deutschen Bundesstaaten. Unsere Schützengilde erhielt das Prädikat "Privilegiert", was damals einen persönlichen Waffenbesitz begründete. In diesem Privileg sehen wir auch einige unserer Wurzeln.

Der Gasthof Auenberg

Ansicht vom Gasthof Auenberg Postkarte vom alten Auenberg
← Foto aus dem 1920-er Jahren (aus Richtung Chemnitz)
                        eine damals sehr verbreitete Postkarte →
 
1876 verlegte die Privilegierte Schützengilde ihren Sitz in den Gasthof "Auenberg" und errichteten die neue Schießanlage, auf der sonntags von 6.00 Uhr bis Mittag die Schießübungen abgehalten wurden. Gleichwohl war der Gasthof der Mittelpunkt des Vereins und natürlich der Platz aller Schützenfeste. Die Bilder zeugen vom regen Treiben an diesem Ort. Übrigens die Schießbahn ging wirklich so steil den Hang hinauf. Heute ist der Hang komplett bewaldet.

1868

Beginn des Schützenwesens in Burkhardtsdorf

Am Sonntag, dem 16. August 1868, wurde die Privilegierte Schützengilde Burkhardtsdorf gestiftet.
Gründungsmitglied - Carl Meier
Carl-August Meier
 
Das einzige uns bekannte Gründungsmitglied aus dem Jahr 1868.
 
Laut unserer Ortschronik bestanden in Burkhardtsdorf zu diesem Zeitpunkt vier Verteidigungskompanien, die nach dem Wiener Kongress 1814/15 gegründet worden waren (der genaue Zeitpunkt ist uns noch nicht bekannt). Sie verloren aber in den 1860-er Jahren durch die spezielle Politik des Sächsischen Königs, Johann von Sachsen, welcher aber kurioserweise selbst Chef der Communalgarden war, an Bedeutung und ihre Aufgaben. Deshalb haben engagierte Mitglieder dieser Kompanien damals alles unternommen, um das Schützenwesen im Ort zu erhalten. Sie brachten das Eigentum der einzelnen Verteidigungskompanien in einen neuen Verein ein. Somit wandte sich ein großer Teil der Mitglieder, der zum Schluss verbliebenen drei Verteidigungskompanien, dem Schießsport und der Traditionspflege zu.
Aus diesem Grunde ist davon auszugehen, dass mindestens die drei unten aufgeführten Hauptmänner und der Kommandeur der hiesigen Communalgarde zu den Gründungsmitgliedern gehörten.
Eine Vermischung der Interessen und Aufgaben, der zu dieser Zeit ebenfalls entstehenden Militärvereine mit dem Schützenwesen, mag einzelnen Personen nachvollziehbar zu sein; aber in Wirklichkeit gab es dies nie.
Wir würden sagen, dass deren Aufgaben entgegen der weitverbreiteten heutigen Meinung hauptsächlich sozial ausgerichtet waren, da es eigentlich Aufgaben des Staates waren, die durch diese Menschen erfüllt wurden. Diese Vereine kümmerten sich um die Versorgung der Kriegsversehrten, den ehrwürdigen Begräbnissen der Gefallenen und der Unterstützung deren Witwen. Leider wird dies in der heutigen Zeit als "ewig gestrig" betituliert, aber was würden heute die Betroffenen dazu sagen (vor allem die Witwen), wenn wir sie heute danach fragen könnten?
Das sollte nur ein kurzer Einwand in die Richtung vieler misstrauischer Zeitgenossen sein, da diese Erkenntnisse selbst für den Autor bei der Lektüre der Sammlung der "Burkhardtsdorfer Zeitung" neu waren.

bis 1868

Grundlagen der Vereinsgründungen

Im Königreich Sachsen wurde 1867 die allgemeine Wehrpflicht eingeführt und damit die erst wenige Jahre zuvor auf "amtshauptamtlicher Anordnung" gegründeten "Communal-Garden" wieder aufgelöst. In Burkhardtsdorf stand diese Garde unter dem Kommando des späteren Gemeindevorstandes August Schüppel und gliederte sich in vier Kompanien.

Die Bürgerwehren waren eine im 19. Jahrhundert aus der Waffenpflicht der Bürger zur Verteidigung ihres Ortes hervorgegangene militärähnliche Einrichtungen. Die Bürgerwehren waren in der Märzrevolution 1848/49 für die Stabilität der öffentlichen Ordnung in Sachsen von entscheidender Bedeutung. Ansonsten sollten Sie ihre Orte vor marodierenden Freischärlern schützen. In Burkhardtsdorf soll es nie zu ernsthaften Kampfhandlungen gekommen sein.


Quellen

Beiträge zur Ortsgeschichte von Burkhardtsdorf, Hellmuth Hofmann, 1971, Seiten 129/139
Weitere Quellen waren uns die Ausgaben der Burkhardtsdorfer Zeitung und die "Sammlung von Zeitungsausschnitten aus und über Burkhardsdorf - 1888 bis 1893", von Emil Weinhold; sowie dankenswerter Weise eigene Recherchen von Herrn Walter Linke aus Dresden.
Ein besonderer Dank gilt Herrn Falk Drechsel für viele Zeitungsausschnitte unterschiedlichster Quellen, die uns neue Erkenntnisse über unsere Wurzeln sowie neue Zusammenhänge von bekannten Fakten und teilweise auch deren Richtigstellungen brachten.
Nähere Einzelheiten zum Auffinden unseres Sektkühlers wurde dank neuer Informationen von Frau Martina Michel aus Chemnitz bekannt.


Eine Bitte an alle Leser:

Sollten Sie lieber Leser, Informationen besitzen, die diese Daten präzisieren könnten, bitten wir sie, die korrigierenden Informationen an unsere Kontaktadresse zu senden. Unser Verein ist stets dankbar dafür und wird die Informationen in seine Geschichte einarbeiten und Sie selbstverständlich dankend erwähnen.


© 1994 – 2017   Privilegierte Schützengesellschaft Burkhardtsdorf seit 1868 e.V.
    Stand: 30. Dezember 2013